11. Merseburger

DEFA Filmtage 01.-03.04.2016

 

 

Ehrgeiz-Liebe-Hoffnung im Domstadtkino

Das Motto der 11. Merseburger DEFA-Filmtage, vom 1. bis 3. April 2016, lässt viel vermuten und gibt vielleicht auch Rätzel auf. Das macht neugierig und das soll es auch. Neugierig sein auf die Filme, die Gäste und eventuelle Veränderungen.
Veränderungen wird es geben. So werden an drei Tagen Seniorenveranstaltungen stattfinden. Sie beginnen bereits am Donnerstag, 31. März, mit dem Wunschfilm „Zar und Zimmermann“. Gäste einladen, das ist für einen 1958 gedrehten Film nur noch in Ausnahmefällen möglich. Dafür können wir zu den beiden anderen Seniorenveranstaltungen Gäste begrüßen. Zum Freitag, 1. April, werden Ursula Werner und Peter Reusse im Domstadtkino sein, gezeigt wird die musikalische Komödie „Frau Venus und ihr Teufel“. Für den Sonnabend, 2. April, hat sich Herbert Köfer den Film „Jungfer, Sie gefällt mir“ ausgesucht. Zum Filmerlebnis und den eingeladenen Gästen gibt es noch ein „Bonbon“ dazu: Knut Elstermann wird für beide Filmgespräche die Moderation übernehmen. Wer ihn bereits zu den Filmtagen erlebt oder im Radio seinen Filmanalysen gelauscht hat, wird wissen, dass er immer mit großer Liebenswürdigkeit und Kenntnis seine Gesprächspartner befragt.


Eine weitere Veränderung bezieht sich auf Programminhalte. Es werden 2016 Filme gezeigt, die in der Filmgeschichte von Bedeutung waren und sind. „Panzerkreuzer Potemkin“ – der Name sagt vielen etwas, doch wann konnte er das letzte Mal gesehen werden? Wir werden den Film am Sonntagvormittag, 3. April, zeigen und ihn, wir es sich für Stummfilme gehörte, mit Klaviermusik begleiten lassen. Für die kommenden Filmtage werden wir das Programm um weitere interessante Filme erweitern, die nicht von der DEFA erstellt wurden. Um Partner für diese Filme werden wir uns bemühen. Eine weitere interessante Bereicherung der Filmtage können wir bereits zu den 11. ankündigen. Der Film „Der Staat gegen Fritz Bauer“ spiegelt die Schwierigkeiten der Aufarbeitung der Nazi-Herrschaft in der Bundesrepublik. Doch das ist nicht der alleinige Grund diesen Film in das Programm aufzunehmen. Die Bezüge zur heutigen Realität sind nicht zu übersehen – die Wahlplakate einiger Parteien belegen das. Herrn Jacobi ist es zu verdanken, dass Knut Elstermann Burkart Klaußnerzum Filmgespräch begrüßen kann.


Die DEFA-Filme bzw. Fernsehproduktionen aus der DDR werden auch zu den 11. Merseburger DEFA-Filmtagen den Schwerpunkt bilden. Lassen Sie sich durch unseren Programm-Flyer überraschen. Es sind zum Teil leise Filme, die wir ausgesucht haben. Aber sind diese nicht gerade das reizvolle an (manchen) DEFA-Filmen?!

Der Kartenverkauf beginnt am 21. März 2016 zu den üblichen Öffnungszeiten im Domstadtkino. Bestellt werden können die Karten bis auf die für die Eröffnungsveranstaltung.

„Ehrgeiz – Liebe – Hoffnung“
11. Merseburger DEFA-Filmtage 1. bis 3. April 2016


Die Merseburger DEFA-Filmtage werden traditionell von einer Ausstellung im Kunsthaus Tiefer Keller begleitet. Auch zu den 11. Filmtagen wird es bereits im Vorfeld eine Vernissage geben: Der Karikaturist, Grafiker und Feuilletonist Harald Kretzschmar wird ab 29. Marz 2016 Porträts von Künstlern ausstellen, die ihren Wohnsitz in Kleinmachnow hatten oder haben. Bis in die 70er Jahre hinein wohnten viele der in der DDR Kreativen in dieser kleinen Stadt am Rande Berlins. Sie war damals von der Grenze zu Westberlin und vom Teltowkanal umgeben, die Fahrt nach Berlin als Arbeitsort wurde zur „Weltreise“ – und so zogen viele Kulturschaffende dorthin um. Heute ist Kleinmachnow wieder ein beliebter Wohnort für Menschen mit Geld  und der Sehnsucht nach Ruhe im Schatten der Hauptstadt.


Harald Kretzschmar hat es sich zur Aufgabe gemacht, „seine“ Künstler nicht nur zu zeichnen, sondern auch charakteristisch zu beschreiben. So entstand sein Buch „Paradies der Begegnungen. Der Künstlerort Kleinmachnow“, aus dem er zur Ausstellungseröffnung lesen wird. Herbert Köfer, der zum Film „Jungfer, Sie gefällt mir“ Gast der Filmtage sein wird, kommt hier genauso vor  wie die Beyers – Frank, der Regisseur und Hermann, der Schauspieler. Weitere bekannte Namen sind Christa und Gerhard Wolf, Lothar Warneke, Horst Seemann, Konrad Petzold, Karla Runkel, Agnes Kraus (sie begegnete mir mit lilafarbenen Haaren auf dem Fahrrad), Helga Göring, Heinz Florian Oertel, Chris Doerk und Herbert Otto. Nicht alle im Buch enthaltenen Porträts können in der Ausstellung gezeigt werden, der Zeichner hat aber eine gute Auswahl getroffen.


Zur Vernissage am 29. März 2016 um 19.00 Uhr wird Harald Kretzschmar, wie erwähnt, selbst anwesend sein und sich zu „seinen“ Künstlern äußern. Zudem wird er am Sonnabend, dem 2. April, zum Spielfilm mit Herbert Köfer im Domstadtkino erwartet. Neben dem „Paradies der Begegnungen“ wird Harald Kretzschmar dann auch sein neues und soeben erschienens Buch vorstellen können, als Fortsetzung seiner Porträtierungen trägt es den Titel „Treff der Originale“. Als beliebter Schnell-Zeichner hat er überdies versprochen, Gäste der 11. Merseburger DEFA-Filmtage auf Wunsch zu porträtieren.


Die Vernissage erhält durch die Gruppe Bellacoustica mit entspannten Klängen „unplugged“ und auf hohem Niveau einen würdigen musikalischen Rahmen.